Was heißt eigentlich persönlichkeitszentriert beraten?
- IfP Team

- 26. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
In einer Beratungslandschaft voller Methoden, Tools und Modelle stellen wir eine einfache Frage:Was passiert, wenn wir nicht beim Verhalten anfangen – sondern bei der Persönlichkeit?
So ist der persönlichkeitszentrierte Beratungsansatz entstanden – von uns am IfP entwickelt und stetig weitergedacht. Kein fertiges Modell, sondern ein lebendiger Rahmen: gewachsen aus Erfahrung, einer Haltung, die innere Prozesse ernst nimmt und dem Wunsch, Beratung nicht nur wirksam, sondern menschlich stimmig zu gestalten.
Was uns gefehlt hat – und was wir gesucht haben
Wir fanden viele bestehende Coaching-Formate sinnvoll – und zugleich oft zu methodenfixiert.Unser Eindruck: Bevor ich jemandem helfe, seine Kommunikation zu optimieren oder ein Ziel umzusetzen, sollte ich verstehen, was diesen Menschen innerlich antreibt.
Was sind seine Muster? Seine Konfliktdynamiken? Seine Art, sich selbst – und andere – zu sehen?
Methoden wirken nur, wenn sie andocken. Dafür braucht es einen Zugang zum Inneren – nicht nur zur Oberfläche des Verhaltens, sondern zu den darunterliegenden, persönlichkeitsprägenden Mustern.Das ist im Kern auch eine Methode: Selbsterkenntnis an erste Stelle zu setzen. Für uns ist es jedoch vor allem der strukturgebende Anfang, auf den dann die passende Methodik aufbaut.
Viele Menschen kommen in Beratung, weil sie „eigentlich wissen, was sie tun sollten“ – und trotzdem an ähnliche Grenzen stoßen. Nicht, weil sie unreif oder unreflektiert wären, sondern weil Erkenntnis allein oft nicht reicht, um tief verankerte Mechanismen zu verändern.
Verhalten lässt sich nicht einfach umprogrammieren.Wer verstehen will, warum bestimmte Muster immer wieder auftauchen – in Konflikten, in Beziehungen, im beruflichen Alltag – muss tiefer gehen:zu frühen Prägungen, unbewussten Überzeugungen, emotionalen Schutzstrategien.
Nicht, um sie zu analysieren – sondern um sie bewusst zu machen und mit ihnen zu arbeiten.
Worum es uns geht
Persönlichkeitszentrierte Beratung bedeutet: Entwicklung beginnt mit Selbstverstehen.Bevor es um Veränderung geht, braucht es ein Bewusstsein dafür, was mich antreibt, schützt, hemmt oder bewegt – emotional, biografisch, zwischenmenschlich.
Der Fokus liegt dabei nicht auf Effizienz oder Selbstoptimierung, sondern auf einer ehrlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Erleben.Wer bin ich – und wie bin ich so geworden?Nur wer sich selbst in dieser Tiefe kennt, kann anderen Menschen wirksam begegnen.
Wie wir arbeiten
Wir verbinden drei Perspektiven zu einem integrativen Ansatz:
Das Enneagramm – bietet eine strukturierende Grundlage für Persönlichkeitsarbeit. Es macht Muster sichtbar, hilft Dynamiken zu verstehen und Entwicklungspotenziale zu erkennen.
Der systemische Blick – macht Beziehungsdynamiken und Kontexte sichtbar – und hilft dabei Wechselwirkungen zu reflektieren, statt vorschnelle Erklärungen zu liefern.
Die psychodynamische Perspektive – öffnet den Raum für das Unbewusste: Abwehrmechanismen, Übertragungen, emotionale Spannungen. Nicht als pathologische Phänomene, sondern als Ausdruck lebendiger innerer Prozesse.
Diese drei Stränge verweben sich zu einem Zugang, der Entwicklung strukturiert – und zugleich offenlässt, wohin sie führen darf.
Während der Arbeit steht nicht die Methode selbst, sondern vor allem “Beziehung” im Mittelpunkt:
die Beziehung zu sich selbst
die Beziehung zu anderen
und die Beziehung zu dem, was sich (noch) nicht ganz greifen lässt.
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