Enneagrammarbeit - am IfP: Ein Modell als Türöffner für tiefere Persönlichkeitsarbeit
- 27. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Persönlichkeitsentwicklung ist ein weites Feld. Für manche bedeutet Persönlichkeitsentwicklung, sich einfach besser zu organisieren – für andere, sich selbst auf einer tieferen Ebene zu verstehen. Für uns am IfP beginnt Persönlichkeitsentwicklung bei der bewussten Auseinandersetzung mit dem, was uns innerlich antreibt – und zurückhält.
Um diesen Prozess greifbar und strukturiert zu gestalten, arbeiten wir mit dem Enneagramm. ein Persönlichkeitsmodell, das auf den ersten Blick ungewöhnlich wirken kann – und dabei überraschend hilfreich ist, wenn man es klug einsetzt.
Was ist das Enneagramm?
Das Enneagramm beschreibt neun grundlegende Persönlichkeitsmuster, die unterschiedliche Arten zeigen, wie Menschen die Welt wahrnehmen, mit Konflikten umgehen und Beziehungen gestalten. Es geht dabei nicht um Etiketten, sondern um innere Dynamiken: Welche Grundüberzeugung leitet mich? Worin suche ich Sicherheit, Bestätigung oder Kontrolle? Und wie zeigt sich das in meinem Verhalten?
Anders als viele andere Typologien betrachtet das Enneagramm nicht nur Eigenschaften, sondern auch Motivationen, Ängste und Entwicklungspotenziale. Das Enneagramm ist kein Urteil von außen, sondern ein Werkzeug zur inneren Orientierung.
Warum wir damit arbeiten
Das Enneagramm gibt Struktur, wo es um etwas sehr Unstrukturiertes geht: das eigene Innenleben. Es hilft Menschen dabei, sich selbst mit etwas mehr Abstand zu betrachten – ohne sich dabei zu verlieren. In unserer Arbeit nutzen wir das Enneagramm nicht als Wahrheit über Menschen, sondern als Anstoß zur Selbstbeobachtung und Reflexion.
Viele Teilnehmende beschreiben es als „Aha-Moment“, wenn sie zum ersten Mal erkennen, warum sie immer wieder in bestimmte Muster geraten – und woher diese Muster kommen. Gerade in der Gruppe entstehen daraus oft kraftvolle Dialoge.
Kritik am Enneagramm
Kritik am Enneagramm gibt es seit jeher – mal aus wissenschaftlicher, mal aus weltanschaulicher Richtung. Gerade deshalb braucht es eine reflektierte Anwendung.
Für uns ist das Enneagramm kein starres System, sondern ein Werkzeug. Ein Modell, das hilft, sich selbst und andere differenzierter wahrzunehmen. Und wie jedes Modell hat es seine Grenzen.
Oder wie es der Statistiker George Box treffend formuliert hat: „All models are wrong – but some are useful.“
Unser Umgang: Differenzierung statt Dogma
Wir betrachten das Enneagramm nicht als Identität – sondern als Ausgangspunkt für Entwicklung.Uns geht es nicht darum, Menschen zu typisieren – sondern mit ihnen gemeinsam innere Strukturen zu erkunden.Nicht: „Welcher Typ bist du?“Sondern: „Was erkennst du in dir wieder – und was macht das mit dir?“
So wird das Enneagramm bei uns zu einem Resonanzraum – nicht zu einer Schublade.
Für alle, die neugierig geworden sind
Im Basismodul: Miniausbildung Persönlichkeit geben wir einen ersten Einblick in unsere Arbeit mit dem Enneagramm.Dort beginnen viele, ihr eigenes Muster zu erkennen – und den Zusammenhang zwischen innerer Struktur und äußerer Wirkung neu zu verstehen.
Wer sich selbst besser verstehen will, muss nicht an ein Modell glauben. Aber manchmal kann ein gutes Modell helfen, sich besser zu sehen.- Und genau das ist unser Ziel.



